#unikram: Wunschberuf Psychotherapeut? Du brauchst doch eine Therapie!

Warum will man eigentlich Psychotherapeut werden?

Eine gute und wohl durchaus berechtigte Frage. Sich all seine Berufsstunden lang mit den Problemen anderer Menschen auseinandersetzen – das soll ein Wunschberuf sein? Klingt erstmal komisch, ist es aber nicht. Zumindest nicht für mich.

Seit ich denken kann, interessiert es mich, was in den Köpfen anderer Menschen vorgeht. Völlig egal, ob ich diese Menschen kenne oder nicht. Bekannte, Freunde und Fremde beschäftigen mich mit ihren Gedanken und Handlungen. Ich beobachte und analysiere – und habe eine Art zwanghaften Drang, mit den betroffenen Menschen darüber zu reden. Es interessiert mich, wie der Mensch tickt, ich finde Kausalitäten der Biografie unheimlich spannend – und am spannendsten ist, dass das Ich die Macht hat, einzugreifen.

Jeder Mensch trägt Schmerz mit sich – und jeder Mensch kann heilen. Wenn er den Willen und die richtige Unterstützung hat. Wut, Traurigkeit, Verzweiflung, Angst, all diese Gefühle können aufgearbeitet werden. Wenn sie nicht aufgearbeitet werden, beeinflussen sie uns. Das kann soweit gehen, dass wir körperlich leiden, weil unsere Seele leidet (psychosomatische Symptome). Negative Gefühle können uns krank machen. Psychotherapie kann uns schon vorher helfen, es gar nicht soweit kommen zu lassen. Sie kann aber auch währenddessen und nachher helfen, gesund zu werden. Leider haftet ihr immer noch ein Stigma an – ein Grund mehr, darüber zu schreiben. Psychotherapie ist keine Esoterik und kein Hokuspokus und Psychotherapie ist nicht nur für „Gestörte“ und „Wahnsinnige“. Psychotherapie ist für alle da und sie kann jedem ganz normalen Menschen helfen, sein Leben zu verbessern, Körper und Geist helfen, eine Einheit zu bleiben oder wieder zu werden und zusammenzuarbeiten.

Psychotherapie fasziniert mich, seit ich zum ersten Mal davon gehört habe. Es ist ein Thema, das mich wirklich von allen Seiten begeistert. Ich interessiere mich sowohl für den wissenschaftlichen Kontext, als auch dafür, als Klient mir selbst auf die Spuren zu kommen und ich möchte eben auch lernen, als Therapeut anderen Menschen zu helfen, ihr Leben besser leben zu können.

In der Psychotherapie gibt es unzählige Ansätze und Denkschulen, wie man innere Konflikte behandeln kann. Es gibt x verschiedene Möglichkeiten und dabei kein richtig oder falsch, sondern nur passend oder unpassend. Jeder Mensch ist anders und für jeden gibt es die Methode, die zu ihm passt und die er – wenn er will – annehmen kann.

In welche Richtung es mich einmal treiben wird, wenn alles klappt, weiß ich heute noch nicht. Zuerst möchte ich alles darüber lernen und verstehen, aus welchen Richtungen man ansetzen kann.

In diesem Semester starte ich mit 3 Lehrveranstaltungen:

  • Persönlichkeitstheorien
  • Qualitative Forschung
  • Ethik

Ich bin gespannt wie ein Pfitschipfeil. Stay tuned!

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8 thoughts on “#unikram: Wunschberuf Psychotherapeut? Du brauchst doch eine Therapie!

  1. nihaojulia

    Ich wollte auch erst Psychologie studieren aber mir wurde klar, dass ich mich nicht professionell mit Vergewaltigungsopfern oder Suizudgefährdeten auseinandersetzen kann.. Ich würde alle Gedanken nach Hause tragen. Man muss eben dafür geschaffen sein! Naja am Ende studiere ich was ganz anderen…

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  2. Nila

    Also ich bin ja der Meinung, man soll seinen Traum bzw. Träume verwirklichen. Wenn man etwas unbedingt will, so soll man auch dieses Ziel verfolgen Predige ich meinen Kindern auch immer 😉
    Selbst bin ich gelernte Bürokauffrau, habe in der Uniklinik 2 Jahre Heilmasseuse gelernt und bin jetzt Pädagogin.:) Wie du schon so schön geschrieben hast, bleibt fast keiner mehr in seinem ersten Beruf.
    Meine Tochter studiert Psychologie und Philosophie/Lehramt. Ist total interessant. Sie liebt ihr Studium. Wobei Philosophie finde ich persönlich ein bisschen irre. (Warum ist eine Hagebutte rot…..) lol…
    Meine Schwägerin arbeitet als Gefängnispsychologin. Das ist echt ein knochenharter Job, in dem es Tage gibt, wo sie nicht abschalten kann und Dinge mit nach Hause bringt. Reden mit der Familie hilft ihr da immer am Besten…..
    Ich wünsche dir auf alle Fälle nur das Beste. Auch für unser IRRES österreichisches Unisystem.
    Du machst das schon. *Daumen halte*
    Ganz liebe Grüße
    Nila

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    • Fräulein Freud

      liebe nila, das sehe ich auch so. es ist nur oft schwierig zu wissen, ob man es wirklich will. die vorstellung, die man sich von etwas macht mit der realität in einklang zu bringen. aber wenn man einen wunsch hat, dann bin ich schon der überzeugung, dass man einfach versuchen sollte, ihn zu verwirklichen.
      philosophie? hut ab – das wäre mir echt zu steil ^.^ allein schon die texte. eijeijei.
      ich habe einfach das gefühl, dass ich mein leben mit etwas sinnvollerem verbringen will als das, was ich jetzt tue. am montag ist das erste seminar vorbei und im moment bin ich sehr glücklich mit der entscheidung, vorsichtig anzufangen, diesen weg zu gehen.

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